• 10.08.2022

Das Männermagazin

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Hoch qualifiziert und doch total versagt

superfrau

» Artikel vom

Gastautor: Santerra

Person 1: Die Fliegerärztin.
Person 2: Die Pilotin
Person 4: Die IT-Security Consult*in

Wir Männer wissen es längst. Über den beruflichen Erfolg entscheiden viele Faktoren. Motivation, Intelligenz, Strebsamkeit, Durchsetzungskraft und die Fähigkeit "die Kette zu polieren" wie es ein grosser Mann mit noch grösserer Brille mal so schön ausgedrückt hat. Aber das alles wäre nichts ohne die Grundlage der eigenen Ausbildung bzw. des Studiums in Kombination mit andauernder Weiterentwicklung und Weiterbildung. Leider bringt die beste Ausbildung und das beste Studium nichts wenn man nicht in der Lage ist das erlernte anzuwenden. Leider scheine ich sehr häufig Menschen anzuziehen die genau in die letzte Kategorie fallen. Meist waren es Frauen die zwar von einer Powerfrauenkarriere geträumt haben, dann aber irgendwann auf dem Weg dahin feststellten das man dafür richtig arbeiten und auch tatsächlich Ergebnisse abliefern muss. Und somit wurde eine ursprünglich vielversprechenden Ausbildung einfach nur nutzlos das Klo heruntergespült und sie stehen jetzt Ende der dreissiger an einem Punkt in ihrer Karriere wo Männer spätestens mit 25 stehen.

Person 1: Die Fliegerärztin

Da war zum Einen die Fliegerärztin, Anfang 40. Dank Kipplorenwissen und der Möglichkeit umsonst Dinge zu studieren für die man gar nicht geeignet ist brachte sie es tatsächlich zu einem Abschluss in Allgemeinmedizin. Man könnte meinen das sie mit Anfang 40 langsam die Früchte ihrer harten Arbeit erntet, aussichtsreiche Kandidatin für eine Führungsposition in einer Klinik ist oder sogar bereits eine eigene Praxis führt. Aber die Realität sieht leider anders aus. Euer Santerra ging zu ihr um sein flugmedizinisches Tauglichkeitszeugnis zu verlängern da sie eine anerkannte Fliegerärztin ist. Wie unter Piloten üblich kam man sogleich in einen lockeren Gesprächsfluss. Dabei stellte sich aber auch heraus das sie selbst eigentlich gar keine Pilotin ist. Also, sie hat den Flugschein irgendwann mal angefangen aber nie zu Ende gemacht. Auch war es nicht ihre Praxis in der sie mir die Tauglichkeit bescheinigte, sondern die Praxis eines ehemaligen Kommilitonen der ihr die Praxis auf Stundenbasis zur Verfügung stellt. Meine Frage ob sie dann an der hiesigen Klinik arbeitet und das mit dem Fliegerarzt nur aus dem Hobby heraus macht erfolgte die erstaunlich ehrliche Antwort das sie nur stundenweise am Klinikum arbeitet weil ihr am Klinikum zu viel Stress ist. Auch eine eigene Praxis ist schwierig, weil Eigenkapital fehle und die Investitionskosten wohl sehr hoch sind. Ob sie sich nicht vielleicht über Arbeitsleistung bei ihrem Kommilitonen in die Praxis einkaufen könne? Also das ein Teil des von ihr erwirtschafteten Geldes an ihn fliesst bis ein vereinbarter Betrag zustande gekommen ist? Nein, also als Praxisärztin hat man es auch nicht leicht. Die ganze Bürokratie, die Abrechnung mit den Krankenkassen, die Vorschriften, etc. Nein, also das wäre nichts für sie. Da macht sie lieber nur Privatpatienten wie mich.
Manchmal nimmt sie ein Bekannter vom Flugplatz aber mit seinem Flugzeug mit, dass ist dann immer sehr schön. Sie hätte wirklich auch gerne einen Pilotenschein und vielleicht sogar ein eigenes Flugzeug.
Kurzum, eine sündhaft teuere Ausbildung bezahlt von der Allgemeinheit dümpelt planlos, sinnlos und getrieben von Traumblasen, Emotionen und Faulheit vor sich hin.

Person 2: die Berufspilotin

Bleiben wir doch bei der Fliegerei. Ich war mal wieder auf einer privaten Feier unterwegs und erblickte unter den Anwesenden einen alten Fliegerkollegen von mir den ich schon länger nicht mehr gesehen habe. Ein grosses Hallo stellte sich ein und natürlich ging es um die Fliegerei. Da gesellte sich auf einmal ungefragt eine Frau zu unserer illustren Zweierrunde und mischte sich ungefragt in unsere Unterhaltung ein. Sie sei ja Berufspilotin und hat unser Gespräch verfolgt und im Bezug auf das und das sieht sie aus Ihrer Erfahrung heraus etwas anders, blablabla. Klugscheisserei schon beim Gesprächseinstieg. Wirklich sehr höflich. Natürlich kam die Frage welchen Flugzeugtyp sie fliegt und bei welcher Airline. Also sie arbeitet grade nicht als Pilotin weil es da grade echt schwer ist einen Job zu bekommen. Sie ist schon geografisch flexibel, zumindest in ihrer Heimatgegend, umziehen möchte sie nicht wirklich, sie sei in ihrer Heimat sehr verwurzelt. Dumm nur das es die Jobauswahl dann auf nur einen grossen Flughafen beschränkt. Auf jeden Fall arbeitet sie jetzt wieder in ihrem ursprünglichen und gehassten Beruf als Grundschullehrerin und versucht irgendwie ihr Typerating und ihre Mindestflugstunden aufrecht zu erhalten und den Kredit für die Ausbildung abzubezahlen, was natürlich kräftig auf's Budget drückt. Also eigentlich ist ihre Lizenz auch grade pausiert weil sie natürlich die Mindestflugstunden nicht zusammenbekommt. Zur Erklärung für Nichtflieger: als Pilot muss man eine gewisse Anzahl an Stunden im Jahr fliegen um seine Flugberechtigung aufrecht zu erhalten. Bei Berufspiloten umfasst das auch den bestimmten Typ an Maschine für den man ausgebildet ist. Dies kann aber nur zum Teil im Simulator erfolgen, was es im Falle von Jets wie z. B. die typischen Touristenbomber Airbus A320 sehr, sehr teuer macht so eine Lizenz zu erhalten. Allerdings macht es keinen Sinn sich mit einer stillgelegten Lizenz irgendwo zu bewerben weil die Dich dann nicht einstellen. Aber zurück zu der Dame. Sie beschwerte sich dann vehement das man ihr das in der Flugschule nicht erzählt hat das es da keine Jobs gibt und so schwierig hätte sie sich das nie vorgestellt! Da erzählte man ihr was von Traumjob und jetzt das! Sie muss die Ausbildung ja auch noch abbezahlen und wie man sich das vorstellt das denn ohne Pilotenjob je schaffen solle? Sie wohnt jetzt auf jeden Fall wieder bei den Eltern zu Hause, anders ginge es finanziell nicht. Die selben Eltern übrigens die mit für den Kredit unterzeichnen mussten und da jetzt mit drinhängen. Anmerkung: so eine Ausbildung kostet insgesamt je nach Ausprägung zwischen 65k - 100k.
Dann hat sie wohl versucht Fracht zu fliegen, aber die wollen eine Erfahrung von mindestens 10.000 Flugstunden und dafür bräuchte sie erst mal diese Erfahrung und müsste dann auch wieder eine anderes Typerating machen. Auch will sie das eigentlich überhaupt nicht. Sie will Touristenmaschinen an exotische Orte fliegen, natürlich am Liebsten Langstrecke. So wie alle das wollen.
Als sie dann aber erfahren hat das mein Fliegerkollege eine eigene Maschine hat wären wir sie fast nicht mehr losgeworden. Da leuchtete ihr Gesicht auf und ihre Laune wurde schlagartig wieder gut bis hervorragend. Das sie nicht sofort an Ort und Stelle über den armen Kerl herfiel wundert mich bis heute.

Ich musste mich sehr zusammenreissen das ich nicht platze vor Lachen. Welcher Idiot investiert eine 5 - 6stellige Summe in eine Ausbildung ohne sich vorher mit dem Arbeitsmarkt der dahintersteht zu befassen? Das man bei einem Studium das einen selbst kein Geld kostet so blauäugig rangeht sollte eigentlich schon ein absolutes NoGo sein, aber bei einer privat bezahlten Ausbildung in dem Preissegment? Mit der Lehrerkarriere wird es aufgrund mangelnder Motivation nichts, die Fliegerkarriere hat noch nicht mal die Rollfreigabe erhalten und sie sitzt mit Ende 30 wieder im Elternhaus. Nein, so hat sie sich ihr Leben nicht vorgestellt.

Person 3: Die IT-Security Consult*in

Sie ist Ende der 30er und nach eigenen Angaben IT Security Consultant. OK, dass ist mal ne Ansage. Diese Leute sind oftmals absolute Spezialisten, am Markt hoch gefragt und verdienen richtig viel Geld. Auch studiert sie nebenher. Als ich fragte was sie denn mit Ende 30 noch studiert kam die Antwort "interkulturelle Kommunikation". Ich tat mir ehrlich gesagt etwas schwer, die Schnittmenge der IT Security und der interkulturellen Kommunikation zu finden und hakte somit genauer nach. Ihre Idee dahinter, sie könne dann zwischen Technikern und anderen z. B. Kaufleuten vermitteln. Meine Frage: wäre dann nicht ergänzend ein Studium der Wirtschaftsinformatik sinnvoller als interkulturelle Kommunikation? Jetzt blickten mich zwei grosse Kuhaugen an. Ich vermute auf die Idee ist sie noch gar nicht gekommen. Daraufhin wurde sich verzweifelt irgendeine Ausrede von wegen, nein, es müsse mehr auf die Gruppendynamische Kommunikation geachtet werden, und gruppendynamische Prozesse, blablabla, etc. aus den Fingern gesaugt. Ich schmunzelte innerlich und beschloss das ich ab jetzt meinen Spass haben werde.

Also hakte ich nach, was genau sie dann täglich in ihrem Job der IT Security macht und wo sie beruflich her kommt. Da wurden dann x tausend Zertifikate aufgezählt. Aber alles hatte nicht so richtig mit IT Security zu tun, sondern war eher irgendwo im Verwaltungstechnischem Bereich angesiedelt. Zwar schon irgendwie mit Bezug zu IT Security, aber für einen IT Security Consultant doch eher ungewöhnlich, es sei denn sie wäre von Natur aus eine begnadete Technikerin und hochbegabter Autodidakt.
Generell wurde sie bei genauer Nachfrage immer etwas vage in ihren Aussagen. Sie behauptete aber steif und fest Informatik studiert zu haben.
Ich grinste noch mehr in mich hinein und zeigte mich sehr interessiert an ihren beruflichen Fähigkeiten und schoss mit ein paar oberflächlichen Begriffen aus dem Securitybereich um mich um die Kommunikation am Laufen zu halten.

Auf jeden Fall schreibt sie jetzt dann bald die Masterarbeit in interkultureller Kommunikation. Sie sieht an ihrer Uni krassen Bedarf an eine "Äbb" die die Vernetzung unter den Studierenden (korrekt gegendert!) und die Kommunikation mit der Verwaltung erleichtert. Da muss was getan werden! Digitalisierung, ganz grosses Thema! Und wenn nicht sie das macht, wer denn dann? Auf jeden Fall sucht sie jetzt Programmierer die das Konzept umsetzen. Auf meine Frage, ob es da schon ein Lasten- und Pflichtenheft bzw. ein Datenkommunikationsmodell gibt und welche Schnittstellen an das öffentliche Unisystem zur Verfügung stehen und wie die API dazu aussieht erntete ich wieder nur leere Blicke. Egal, ein Programmierer muss her, zur Not programmiert sie das aber auch höchstpersönlich. Das hat sie schliesslich im Studium gelernt. Ich sagte Ihr das ich da eventuell jemanden kenne und so vernetzte man sich auf einem Businessnetzwerk. Und siehe da, wir haben in der Branche gemeinsame Kontakte. Einer meiner Kumpels. Also kurz nebenbei angeschrieben ob er die Alte kennt und ob die was taugt. Kontakte sind ja nie verkehrt und vielleicht brauche ich mal jemanden in die Richtung.
Nein, war nur Spass, ich dachte mir anhand der vorhergehenden Unterhaltung schon das sie nichts auf dem Kasten hat und hier die Story vom Pferd erzählt.

Es kam nur ein vor lachen Tränen in den Augen habender Smilie und der Affe der sich die Augen zuhält zurück. "Arbeite mit der bloss nicht zusammen! Die kann gar nichts! Die will programmieren und IT-Security machen? Das glaube ich kaum. Und Informatik hat die auch nicht studiert, die hat damals Medieninformatik studiert und selbst da hat sie sich nur durch die Fächer gerettet die man für die Prüfung einfach nur auswendig lernt! Für Informatik hat die gar nicht das technische Verständnis!" Ich bekam innerlich einen Lachanfall, aber es gelang mir irgendwie die Fassade zu waren.

Also ging ich nochmal zurück zum Securitythema und hakte erneut nach was sie da den ganzen Tag macht. Und sie hat wieder erzählt und erzählt und erzählt.
So, jetzt kommen die zwei (!) Pointen:

  1. kam dann im Endergebnis raus das sie selber gar keine richtige IT-Security macht, sondern nur die Assistentin von irgendeinem Assistenzen von irgendeinem richtigen CISO / IT Security Spezialisten ist und in irgendwelchen Fachkonzepten die sie nicht versteht die Dinge Datenschutz und irgendwelche Standardvorschriften im Blick halten muss und das was der CISO als Konzept abliefert in eine saubere Gliederung bringen muss. Allerdings rein formtechnisch. Also nichts weiteres als eine kleine Sachbearbeiterin auf unterster Ebene.

  2. die von ihr so vielbeschworene "Äbb" gab es schon längst. Das war wohl der Todesstoss für sie. Kurz den Onkel Guhgel gefragt, zack, da, bestehenden "Äbb". Sie wusste gar nichts davon. Ich dachte erst, vielleicht ist die offizielle App nichts und ihre "Äbb" würde da einen wesentlichen Mehrwert bringen, aber nein, als ich anmerkte wie sich ihre "Äbb" denn von der bestehenden App abheben wird bekam sie fast einen Panikanfall. "Wie? Da gibt es schon eine Äbb??? Dann wieder das übliche substanzlose BlaBla von Mehrwert und Digitalisierung."

Kurzum die typische Frauenkrankheit. Ausufernde Selbstdarstellung mit völliger Überschätzung der eigenen Fähigkeiten, gepaart mit dreisten Lügen.
Ich weiss nicht wie es ihr in unserem Gespräch ging, aber ich hatte einen riesen Spass!

So, liebe Hatergemeinde. Hier mein kleiner Ausflug in die Welt der Karrierepowerfrauen! Leider scheine ich diese Art von Menschen magisch anzuziehen. Was allen drei Powerfrauen gemein ist? Sie haben und finden keinen Mann. Vielleicht weil jeder der kommt nicht gut genug für sie ist und den, den sie haben wollen bekommen sie aber nicht? Eventuell liegt das aber auch daran, dass sie der festen Überzeugung sind aufgrund ihrer formalen Ausbildung ein gewisses Niveau erreicht zu haben an dem jeder Mann der da kommt jetzt gemessen wird. Und wie wir alle wissen daten Frauen nie nach unten.

Und die Moral von der Geschicht? Frauen ohne männliche Führung bringens nicht.

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