• 31.08.2014

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Eine erfolgreiche Nacht

flasche

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Vor einigen Wochen musste ich mit Freunden auf die sogenannte Piste gehen. Man kann sich nicht immer verschließen und ein wenig Spass muss es im Leben schließlich auch geben. Gesagt, getan. Es ging abends zuerst in eine Cocktailbar. Ich bestellte mir einen Gin-Tonic, denn davon vertrage ich einige Dutzend, ohne meine Fähigkeit zur deutlichen Aussprache zu verlieren. Dazu schmiss ich mir eine Roth Händle ohne ins Gesicht, die ich auswärts bevorzuge, weil sie bei den Schnorrern unbeliebt sind. Dann checkte ich den Laden nach geeignetem Material ab. Singlefrauen erkennt man daran, dass sie stundenlang an einem Wasser nuckeln. Das machen sie deshalb, weil sie sich den Laden gar nicht leisten können (ich auch nicht, aber das wissen die Hühner ja nicht) und bei minimalem finanziellen Einsatz maximale Ausschau nach einer Geldbörse auf 2 Beinen halten wollen.

Nun habe ich ohne Alkohol sowieso keine Lust, mir nutzloses Zeugs von einer mit Farbe bepinselten Keksdose anzuhören. Ich brauche erstmal 10 Runden von dem Gin-Tonic, wobei ich natürlich wie immer darauf achte, dass mich keine Frau bedient. Eine männliche Servicekraft trinkt nicht mit und spart auch nicht am Gin. Und Spass will ich ja schließlich auch haben. Nach einer kleinen Batterie meines Lieblingsgetränks peile ich die erste Alleinerziehende an. Die erkennt man an der selbst genähten Gardine und am Pushup, ohne den die Möpse den Fußboden wischen würden. Jedenfalls schleiche ich mich heran und bringe meinen coolsten Spruch: "Hallo!" Sie mustert mich von oben bis unten, checkt meine Freunde und giert gleich nach der Flasche Wodka, die meine Kumpels immer töten. Dann kommt mein bester Spruch: "Gut schauste aus!" Da kriege ich immer das Problem, dass ich mich echt zusammen reißen muss, um nicht loszulachen. Da sagte der Trümmer doch glatt: "Weiss ich doch!" Das ist mir dann doch zu viel und ich beende das Gespräch mit meinem Klassiker: "Wie viele Kinder hast Du und warum hat sich der Papi aus dem Staub gemacht?" Die Antworten der unbefriedigten Damen gehen dann in die Richtung wie Arschloch, Wichser, Fick Dich selbst ... das Übliche eben. Und dann bin ich froh, dass ich mich an den nächsten 10 Gin-Tonic abarbeiten kann.

Nach 20 doppelten Gins bin ich dann doch schon langsam angesäuselt, wobei meine Zunge auch etwas lockerer wird. Meine Freunde bleiben dann meistens in meiner Nähe, weil mich bei der vorletzten Party eine Frau verprügeln wollte. Leider weiss ich nicht mehr, was ich gesagt habe, aber alle fanden es lustig. Jedenfalls holte die Schlägerin mit der Faust aus und weil sie mich verfehlte, verlor sie das Gleichgewicht und ging ohne Fremdeinwirkung zu Boden. Es wird erzählt, dass mir mein frisches Bierchen dabei so ungeschickt vom Tisch kippte, dass die Dame völlig durchnässt war.

Aber dieses Mal war ich doch noch etwas frischer und so holte ich ganz tief aus meiner Baggerschatulle einen meiner besten Bringer. Einer vollbusigen Dame flüsterte ich die Frage ins Ohr, ob sie denn auch beim Lidl schafft. Nein, das würde sie nicht tun, sagte sie. Sie arbeite als Friseurin. Ich: "Wieso? Hast Du keinen Schulabschluss?" Was sie darauf sagte, kann ich hier nicht wiedergeben, denn das war wirklich hart. Zwischenzeitlich hatte ich von meinen Kumpels die Aufgabe bekommen, auf die Literflasche Wodka aufzupassen, da sie sich was für die Nacht suchen wollten. Da meine Kumpels grundsätzlich die Zeche zahlen, nahm ich die Aufgabe an und hielt die Flasche in meinem Arm. Ein ziemlich großer Fehler, denn nun nuckelte ich an der Wodkaflasche bis ich merkte, wie mein Gesicht langsam taub wurde. Meine Zunge funktionierte noch prima, aber die Verbindung zum Sprachzentrum meines Gehirns schien unterbrochen zu sein. Unverdrahtet wie ich jetzt war ging ich an einen Stehtisch mit Damen in meinem Alter. Meine Zunge sprach und einige Sekunden später hörte ich, was ich sagte: "Hallo Mamas, schön, wenn man in die Wechseljahre gekommen ist." Nun wurde auch langsam der Sicherheitsdienst auf mich aufmerksam und einer der Recken fragte mich, ob es mir denn gut gehen würde. Er war so nett, dass er mich nach meiner Antwort hinaus begleitet hat. Keine Ahnung was ich sagte, aber immerhin hatte ich noch meine Flasche.

Meine Kumpels haben mich später auf der Strasse aufgelesen und wir sind mit dem Taxi zu einem Dönerstand gefahren. Das war die letzte Chance, doch noch irgendwie eine Braut aufzureißen, aber nachdem ich meinen Döner an der nächsten Strassenecke wieder in die Freiheit entlassen musste, war auch diese Chance vorüber.

Ich weiss nur noch, dass es geiler Abend war und ich viel Spass hatte.

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