• 24.03.2017

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Urlaub muss ja auch mal sein

usa

» Artikel vom

Ich bin ein Gewohnheitsmensch. Wo es mir einmal gefallen hat, da fahre ich immer wieder gerne hin. Dennoch wird das niemals langweilig, weil es immer etwas Neues zu entdecken gibt. Im Winter fliege ich nicht nach Thailand, weil mir das Poolwasser zu kalt ist und ich im Meer nicht so gerne bade. Da könnten Haie oder ein Schwarm giftige Würfelquallen über mich herfallen. Das brauche ich nun wirklich nicht.

Also ging es über Weihnachten wieder nach New York. Ich muss sicherlich nicht erwähnen, dass die Urlaubskosten wie immer gesponsert wurden. Ich habe nichts auf Kralle und kann mir selbst keinen Urlaub leisten. Flug und Hotel wurden im September gebucht. Da sind die Preise günstig und die Auswahl an Hotels ist reichlich. Ein vernünftiges Hotel kostet um die 200 USD pro Nacht. Schließlich möchte ich anständig schlafen. Auf Hostels habe ich in meinem Alter wirklich keine Lust mehr. Da ich mit meinem polnischen Freund geflogen bin, haben sich die Hotelkosten halbiert. Wir hatten ein Zimmer mit zwei getrennten Betten. Und da ich ein Organisationsprofi bin, habe ich für meinen Freund alle Buchungen klargemacht.

Die ESTA Anmeldung habe ich vor Wochen schon erledigt. Komischerweise senden diese Experten keine Email mehr. Man muss sich nochmals einloggen und die Bestätigung der Einreise selbst ausdrucken. Eigentlich braucht man das nicht, weil beim Einchecken zum Flug die ESTA Anmeldung automatisch überprüft wird. Und da sind wir gleich auf die Fresse geflogen. Meine ESTA war in Ordnung, nur die von meinem Freund nicht. Da wurde ein „O“ mit einer Null beim Reisepass verwechselt und schon lagen die Nerven etwas blank. Die Anmeldung musste nochmal neu gemacht werden, doch zum Glück kam umgehend die Bestätigung. Schwein gehabt.

In Newark dauerte es an der Immigration ein wenig. Die Nachfragen waren etwas lästig und ich musste erklären, woher ich meinen polnischen Freund kenne. Ich habe brav geantwortet und schon durfte ich das Land der unbegrenzten Freiheit betreten. Am Flughafen gehe ich immer zum Taxistand und lasse mir einen Taxischein ausstellen. 65 USD ohne Maut. Der große schwarze Fahrer war ein Migrant aus Afrika, der am Mobiltelefon unentwegt mit seinen Pussys laberte, die er so am Laufen hatte. Echt nervig. Von Newark bis Brooklyn kommen rund 50 USD Maut hinzu, manchmal auch weniger, je nachdem wie man fährt. Das hängt vom Traffic ab. Mr. Afrika meinte am Ende, dass ich 185 USD zahlen müsste. Wow. Soll ich da etwa seine Weiber mitbezahlen? Niemals und so gab es eine nette Diskussion, bis mir der Kragen platzte und ich vorschlug, die Polizei zum Ausrechnen der Taxigebühren zu holen. Und auf einmal sind dem Afrikaner die Grundrechenarten doch noch eingefallen. 130 USD waren zwar immer noch 10 Taler zu viel, aber wegen Kleinigkeiten streite ich mich nicht.

Beim Rücktransfer zum Flughafen verlange ich immer einen Taxifahrer der weiß oder afroamerikanisch ist. Das ist zwar rassistisch, doch als Deutscher stößt man auf Verständnis. Die anderen Experten sind eben zu oft kleine Ganoven. In New York selbst fahre ich nur mit der U-Bahn. Die 6-Tageskarte kostet 32 USD, oder waren es 34? Jedenfalls ist der Kurs in Ordnung.

Jeder Morgen begann mit einem fetten amerikanischen Frühstück. Ich stehe voll auf die „Diner“. Da gibt es morgens schon Surf & Turf oder den Klassiker Speck und Eier. Eigentlich gibt’s da alles. So habe ich glatt 3 Kilo zugelegt. Wer in New York vernünftig leben will, sollte pro Tag 150 USD veranschlagen. Die Shoppingkosten kommen noch obendrauf.

Ich bin an sich nicht so sehr der Markentyp, aber mein Kumpel schleppte mich zum G-Star, wo ich noch nie drin war. Die Klamotten sind schon geil. Ja, ich habe gesündigt und mir eine coole Hose und eine Jacke plus einige Shirts gekauft. Über den Preis will ich nicht sprechen, aber ohne Freundin war es immer noch billig. Der junge Verkäufer musste sich kringeln und bestätigte mir, dass man niemals mit einer Frau einkaufen gehen darf. Schon gar nicht beim G-Star.

Über Weihnachten war die Stadt völlig überfüllt. Auf Twitter habe ich einige Bildchen hochgeladen. Bei Macy’s war es kaum auszuhalten. Da bin ich lieber durch die kleinen Geschäfte geschlendert. Im linksgrün versifften Williamsburg habe ich einen tollen Hutladen gefunden. In meinem Alter trage ich gerne ein Cape oder einen Hut. Nebenbei habe ich auch ein tolles Thairestaurant entdeckt. Ich mag die Nudelsuppen. Hinterher ein Kokosnusseis und die Welt ist für mich in Ordnung.

In New York ist mir aufgefallen, dass mittlerweile Frauen und Männer getrennt weggehen. Das liegt daran, dass ein Abendmahl mit einer Frau einfach zu teuer ist. 150 USD gehen da flott über die Theke. Das muss nicht sein und die wenigsten können sich das leisten. Durch den ungünstigen Wechselkurs ist NY eh ziemlich teuer geworden. Noch vor zwei oder drei Jahren lag der Kurs bei 1,35, heute bei 1,04. Das sind stolze 30 % mehr, was man in der Geldbörse deutlich spürt.

New York war wieder traumhaft gewesen. Einfach nur Klasse. Das nächste Mal fahre ich im Sommer dorthin. Da kann man die Stadt noch mehr genießen und wunderbar zum Baden gehen. Coney Island ist nicht weit weg mit einem ziemlich breiten Strand. New York bietet eben alles, was das Herz begehrt.

Und was hat das alles mit Unterhalt zu tun? Mein polnischer Freund, der einen deutschen Pass hat und im Ruhrpott wohnt, ist ohne zu ficken unterhaltspflichtig geworden. Seine Mama hat keinen Bock zu arbeiten und die Stadt will nun Geld von ihm. Da geht es um Wiedereingliederung. Ich werde seine Unterlagen bekommen und sichten. Natürlich zahlt er seiner Mutter nichts, da er sie nicht leiden kann. Sein Gehalt rutschte durch die Wirtschaftskrise in den Keller und seine Selbständigkeit läuft halt nicht mehr so gut. Da kann er nichts zahlen. Das Leben ist wirklich kein Ponyhof.

Und schon ist ein neues Thema für das Männermagazin geboren. Nichtficken ist nicht unterhaltsbefreiend. Das Leben als Mann ist wirklich hart. Die Geldgeier von der Geldbörse fernzuhalten ist echte Arbeit. Doch Männer finden für jedes Problem eine Lösung.

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