• 24.03.2017

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Nichts als die Wahrheit

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Ich liebe Gerichtsprozesse, denn nichts ist spannender, als die Auslegung der Gesetze mitzuerleben. Alle wissen, dass Gesetze geschlechtsneutral formuliert sind, was die Gleichbehandlung von Mann und Frau garantieren soll. Ich möchte nicht gleich den ersten Lacher produzieren, aber ich glaube wirklich daran. Deshalb ging ich vertrauensvoll in mein Scheidungsverfahren vor dem Bregenzer Bezirksgericht. Die Scheidungsklage wurde von meiner lieben Ehefrau vor fast drei Jahren am 24.04.2012 beim Bregenzer Bezirksgericht eingereicht. Damals wohnte ich noch in Österreich.

Meine Eheschließung war zweieinhalb Jahre zuvor am 26. Oktober 2009 in Belleville/IL in den USA. Weil die Eheschließung in den USA im Gegensatz zu Deutschland ein öffentliches Ereignis ist, werden die persönlichen Daten des Hochzeitspaares veröffentlicht. In den St. Louis Today wurden wir unter Rubrik „Marriages“ ganz lapidar erwähnt: „Detlef Braeunig and Shoji S. Abellana, of Belleville“.

Meine liebe Ehefrau zog am 11. November 2011 aus der gemeinsamen Wohnung aus. Die Ehe dauerte somit 2 Jahre und ein paar Tage. Es handelt sich also um eine kurzfristige Ehe. Eine Gelegenheit zur Zeugung von Kindern gab es nicht.

Meine liebe Ehefrau formulierte die Scheidungsklage mit ihrem Rechtsanwalt Dr. Rupert Manhart aus Bregenz. In der Klageschrift vom 24.04.2012 wurde ich als mutmaßlicher Straftäter beschrieben. Das überraschte mich. Ich wusste nicht, dass ich mehrere Straftaten fast gleichzeitig begangen haben soll. Shoji Abellana, meine Ehefrau, führte in der Klageschrift wie folgt gegen mich an:

„Der Beklagte (Anmerkung: Detlef Bräunig) hat mehrere Betrugssachen zu verantworten“

„… im Hinblick auf die dem Beklagten vorgeworfenen betrügerischen Geschäfte erscheint die Beigebung eines Rechtsanwaltes notwendig“

Ergänzend zu dieser Klageschrift gab es am 06.08.2012 eine Erweiterung der strafrechtlichen Vorwürfe:

„ … der Beklagte (Detlef Bräunig) sah in der Klägerin nicht eine partnerschaftlich verbundene Ehegattin, sondern eine geistig minderbemittelte Sexsklavin“

Und hier noch ein besonderes Highlight:

„Der Beklagte (Detlef Bräunig) verbot der Klägerin (Shoji Abellana) sich selbst einen Arbeitsplatz zu suchen.“

Das sind wirklich harte Geschütze meiner lieben Ehefrau. Ich wurde des geschäftlichen Betruges bezichtigt und nebenbei der Nötigung in verschiedenen Variationen.

Beim Lesen der Klage und deren nachgeschobenen Ergänzungen dachte ich, dass ich es mit einem schlagkräftigen Gegner zu tun habe, der anscheinend bereit ist, alle Gesetze des Rechts und des guten Anstands zu verletzen. Mir ist bei der Prüfung der Unterlagen aufgefallen, dass keinerlei Beweise eingereicht wurden. Das muss auch nicht getan werden, denn ein Richter ist bei Kenntnisnahme einer möglichen Straftat automatisch verpflichtet, dies zur Anzeige zu bringen und den Sachverhalt den staatlichen Ermittlungsbehörden, der Staatanwaltschaft und der Kriminalpolizei, zu übermitteln.

Der Übergang von einem Zivilverfahren zu einem gesondert geführten Strafverfahren ist keine Seltenheit. Der Betrugsvorwurf gegen mich reicht alleine völlig aus.

Der Rechtsanwalt meiner lieben Ehefrau, Dr. Rupert Manhart, hat es schlichtweg versäumt, Strafanzeige gegen mich zu stellen. Die Richterin am Bregenzer Bezirksgericht, Frau Dr. Corinna Maritsch, hatte wohl auch keine Lust dazu. Sie tat nichts. Es interessierte sie offenbar nicht, dass die Verfolgung einer Straftat im öffentlichen Interesse liegt. Auch in Bregenz, im wunderschönen Österreich.

Die erste Zeit hatte ich es mit der Richterin Dr. Corinna Maritsch zu tun, die jedoch bald das Handtuch geworfen hat. Anfangs hatte ich den normalen demütigen Respekt vor dem Gericht. Diese Haltung lieben besonders Richterinnen. Meine Demut verflog ziemlich flott, nachdem Richterin Dr. Maritsch als Frau meine Ehefrau stets bevorzugte. Eine Urkundenfälschung meiner netten Ehefrau hatte keine Rechtsfolgen. Auch interessierte sich Richterin Dr. Maritsch nicht für die angeblichen Straftaten, die ich begangen haben soll. Das war so traurig, dass es schon wieder lustig wurde. Und so bin ich nahtlos zu vielen kleineren und größeren Späßchen übergegangen. Das war wirklich köstlich. Ich habe darüber bereits im Männermagazin ausführlich berichtet.

Nachdem Richterin Dr. Corinna Maritsch mein Scheidungsverfahren an Richterin Dr. Teresa Zanon-Celigoj übergab, schöpfte ich neue Hoffnung auf ein gesetzestreues Verfahren. Zunächst überraschte mich diese Richterin mit ihrem guten Aussehen. Eine hübsche Frau. Der erste gemeinsame Termin am 17. Dezember 2014 war also ein schöner Tag für meine Augen. Von den angeblichen Straftaten, die ich begangen haben soll, war keine Rede mehr. Auf Nachfrage von mir, inwiefern ich meine Ehefrau als Sexsklavin gehalten haben soll, antwortete meine liebste Ehefrau, dass ich ihr beim Blasen (wortwörtlich) den Kopf nach unten gedrückt haben soll. Ich war fassungslos.

Als die hübsche Richterin Dr. Teresa Zanon-Celigoj ankündigte, nun urteilen zu wollen, äußerte ich meinen Wunsch zu geschlechtsneutraler Behandlung. Sie antwortete darauf, dass sie nach dem Gesetz urteilen wird. Das hat mich doch etwas erstaunt und heute umso mehr, weil meine Ehefrau Shoji kein einziges Strafverfahren wegen bewusster Falschbeschuldigung an die Hacken bekam. Da hat auch diese Richterin sich zu sehr aus dem Fenster gelehnt. Die Umsetzung bestehender Gesetze sieht sicherlich anders aus.

Nun hat Dr. Teresa Zanon-Celigoj am 17.12.2014 erklärt, dass es keine weiteren Verhandlungen geben und sie nun urteilen wird. Das war vor zwei Monaten und noch immer gibt es kein Urteil. So habe ich das erwartet, denn meine liebste Ehefrau hat immer noch Probleme mit ihrem Aufenthaltsstatus als Philippinin in Österreich. Kommt die Scheidung zu früh, dann muss sie Österreich verlassen. Das wollen wohl weder ihr Anwalt Dr. Rupert Manhart, noch die hübsche Richterin. Es scheint die Juristen nicht weiter zu stören, dass es sich bei Scheidung und Aufenthaltserlaubnis um zwei völlig verschiedene Sachverhalte handelt.

Spannend sind für mich nicht Sieg oder Niederlage, sondern die Urteilsbegründung. Ich erwarte zwei Urteile, das Scheidungsurteil und das Urteil über den Unterhalt für meine liebe Ehefrau Shoji Abellana. Es ist schon erstaunlich, dass mein Schneckchen für zwei Jahre Ehe Unterhalt kassieren will. Geben wird es von mir sowieso nichts. Meine Ehefrau hat meinen Kühlschrank verlassen und damit darf sie sich daraus nicht mehr bedienen. Meine Regeln sind einfach und klar. Der gegnerische Anwalt hat sich bestimmt damit abgefunden, dass er keinen Erlös generieren wird. Das ist mir eine besondere Freude, wenn Dr. Manhart über 6.000,- € abschreiben muss.

Ich freue mich so oder so über die Urteile, auch wenn ich kaum gewinnen werde. Es darf nicht sein, dass ich gegen einen promovierten Juristen als Sieger aus dem Ring steige. Ein Unterhaltspreller gewinnt ohne Anwalt vor einem österreichischen Gericht? Das kann ich mir wirklich nicht vorstellen. Ich werde wohl eher verlieren und das macht mir mehr Freude. So kann ich in meinen Artikeln aktuelle Verhaltensmaßregeln für österreichische Ehemänner entwickeln. Meine Erfahrungen reiche ich medial gerne weiter. Nebenbei kann ich meinem Hobby frönen und mich ungeniert über die beteiligten promovierten Juristen und Juristinnen belustigen. Das ist eines meiner Spezialgebiete. Schließlich bin ich ein Blogger und kein staatsnaher Jammerlappen.

Es ist und bleibt lustig. An dieser Stelle möchte ich ein großes Dankeschön an die Bregenzer Juristinnen und Juristen aussprechen, dass sie mir diesen großen Spielraum der Belustigung geben. Danke, danke, danke!

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