• 19.02.2017

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Maskulin bis ins Knochenmark

mann

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Heute früh um 5 Uhr klingelte der Wecker. Zuerst das linke, dann das rechte Auge auf, das Licht anmachen, um den Weckton vom Blackberry auszuschalten. Mich friert es ein wenig. Verdammt nochmal. Da ist doch wieder mein Schwanz über die Bettkante gerutscht und baumelte die ganze Nacht auf halber Betthöhe. Wie auch immer. Schwanz einpacken, hurtig den Jogginganzug von Thor Steinar anziehen und die Hündin schnappen. Sie hat den Braten gerochen und macht sich in ihrem Körbchen ganz schwer. Ich greife mir die Betty und wir freuen uns, gemeinsam bei -16 Grad durch den Schnee zu stampfen.

Die Zeit ist knapp, denn um 6 Uhr muss ich unbedingt losfahren, sonst komme ich zu spät. Unpünktlichkeit hasse ich wie die Pest. Das ist noch schlimmer als Widerworte auf meine klaren und unmissverständlichen Anweisungen. Kleiner Scherz, denn keine Sau hört mehr auf mich. Selbst eine junge Kollegin, psychisch wahrscheinlich etwas labil, hat mich angeschissen, als ich meine junge Hündin mit ins Büro nahm. Die Nagelprobe hat sie zwar verloren, aber der Versuch zeigt mir, dass ich keinen natürlichen Respekt mehr genieße. Junge Frauen haben heutzutage die große Schnauze. Noch vor 20 Jahren flog man für solche Frechheiten auf die Straße, aber diese Zeiten sind vorbei. Frauen dürfen praktisch alles und fühlen sich als unentbehrliche Stütze eines Unternehmens. Wie das bei den massigen Krankheitstagen und Dienst nach Vorschrift in die Tat umzusetzen ist, wissen wirklich nur Frauen. Von High Performance sind sie jedenfalls meilenweit entfernt.

Nun sah ich heute besonders cool aus. Frisch rasiert, straffe Haut und mit 50 topmodern gekleidet. Die feinen Hundehaare sind sicherlich ein Manko. Schließlich muss ich meine Betty noch die Treppen rauf und runter tragen. Sie ist einfach noch zu jung.

Ich ging bei meinem Kunden zur Rezeption und erblickte eine knackige und junge Dame. Vielleicht 22, maximal 23. Ich sagte meinen coolsten Spruch. Hallo! Das war der Knaller schlechthin und das hat der kleine Brüller nicht erwartet. Ich bin gleich mit der Tür ins Haus gefallen, ob sie denn Hunde mag. Antwort war ja und ruck zuck holte ich meine kleine Rammlerin aus dem Auto. Betty ist wirklich eine Liebe. Als ich nach drei Stunden wieder an der Rezeption erschien und fragte, wie es denn meinem Hund erging, kam nur Lob. Ganz brav, nicht gebellt und für die Liebe immer empfänglich. Sehr schön. Schließlich richte ich meine Hündin auf junge Frauen ab. Eine alte Schachtel darf sie nicht streicheln. Das würde sie nur irritieren.

Nebenbei habe ich zur knackigen Sekretärin gesagt, dass ich sehr dankbar für die Hundebetreuung bin und beim nächsten Besuch würde ich sie einpacken. Sie soll dann mit ihrem Plunder verpackt in zwei Mülltüten bereitstehen. Daraufhin kicherte sie, ich nicht. Was es da zu lachen gibt, habe ich nicht kapiert. Wie auch immer.

Und in den letzten Tagen schien nicht nur die Sonne. Es zogen ganz dunkle Wolken auf. Der fette Unterhaltsvorschuss für die Alleinerziehenden kommt nun doch. Ab dem 1. Juli können die heroischen Alleinerziehenden die fette Knete vom Staat abzocken, bis das Kind 18 Jahre alt ist. Ein Freudenfest für die Weiber. Haben sie es doch wieder geschafft, den Staat weichzuklopfen. Geld macht träge und Frauen ganz besonders. Frauen können sich nur noch und ausschließlich um die lieben Kinderchen kümmern. Sie haben für andere Dinge, außer für ihre beknackte Freundin, überhaupt keine Zeit. Solche Kleinigkeiten, dass Kinder in die Schule oder in den Kindergarten gehen, werden freilich komplett ausgeblendet. Das ist die Zeit der Erholung. Kindeserziehung ist eben ein knallharter Job. Respekt für diese Leistung.

Ich bin da aus einem anderen Holz. Mir sind Kinder scheißegal und das von Rechtswegen. Kein Sorgerecht, keine Pflichten. So ist das Gesetz und danach richte ich mich. Nur ein Idiot begibt sich in die Fänge der Ex. Da drohen jede Menge Gefahren. Meist ist es Neid. Frauen schnüffeln überall herum und wittern die fette Kohle, die der doofe Exehemann vor der Alten versteckt. Der Kontakt zur Ex muss einfach komplett abgebrochen werden. Totale Funkstille. Damit verschwindet der Mann aus dem Dunstkreis und ist nur noch in den Träumen der Ex präsent. Und das ist gut so.

Ein Mann ohne Frau und Kinder hat richtig viel Zeit. Mir geht es jedenfalls so. Als traumatisierter Mann ist meine Leistungsfähigkeit total hinüber, aber mein Köpfchen arbeitet noch prima. Und so gehe ich im Februar zu einer Hochschule und werde mich dort mit einem ungeliebten Thema beschäftigen. Elektrotechnik. Ich brauche diese Grundlagen, um mich auf einem anderen bautechnischen Gebiet weiterzubilden. Nun werde ich in meinem Alter sicherlich nicht gleich zur Elite aufsteigen, aber der Abstand ist in den letzten Jahren geringer geworden. Der eigentliche Hintergrund liegt jedoch woanders. Meine Rente wird nicht so üppig sein, denn die letzten 11 Jahre habe ich kaum in die Rentenkasse eingezahlt. Das ist der Preis für die Unterhaltsprellerei. Also möchte ich bis ins hohe Alter einer Arbeit nachgehen. So bis 76. Darin sehe ich kein Problem. Wenn ich stets frisches Fachwissen habe, bleibe ich für viele Firma attraktiv. Vielleicht schaffe ich es sogar, meine gesamten Unterhaltsschulden zu tilgen. Ok, das war ein Scherz. Das wird sicherlich nicht passieren. Oder doch? Das Jugendamt darf immer hoffen, denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Und nun kann jeder vergleichen, welches Leben im Alter besser sein wird. Eine Alleinerziehende wird ab 60 keine mehr sein, aber dann lebt sie mit äußerst wenig Geld, weil sie mangels Bildung und Ausbildung maximal im Supermarkt Regale einräumen kann. Und ich? New York, Thailand, Neuseeland, Island und weitere Destination werde ich wie immer besuchen. Kein Problem, schließlich habe ich über Jahre meine Qualifikationen auf dem neuesten Stand gehalten und erweitert.

Hoppla. Da hätte ich mich fast verraten, denn ich habe offiziell kein Geld. Kein Geld zu haben, ist eine perfekte Motivation. Und mit steigender Bildung wird es immer schwerer, wenig zu verdienen. Bis jetzt sind die lukrativen Jobs an mir vorübergezogen. Gepriesen sei der Herr. Und das deutsche System kommt mir dabei sehr gelegen. Für wenig Geld arbeiten zu gehen ist schick und modern. Das ist gleichzeitig der Hauptgrund, warum Frauen das Leben als Alleinerziehende anstreben. Mit Arbeit würden sie weniger Kasse machen. Der Staat ist und bleibt ein braver Versorger für Frauen.

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