• 19.01.2017

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Effektiv und geil arbeiten

highperf

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Höchstleistungen zu bringen setzt viele Faktoren voraus. Primär muss der High Performer etwas im Hirn haben und sekundär müssen die Rahmenbedingungen beim Arbeitgeber stimmen. Glück hat sicherlich derjenige, der als Freiberufler seine Arbeitsmittel selber kaufen kann, sofern der erwirtschaftete Deckungsbeitrag ausreichend hoch ist.

Die technische Ausrüstung ist in der heutigen schnelllebigen Zeit extrem wichtig und muss stets auf höchstem Niveau sein. Dazu gehört auch eine umfangreiche Bibliothek mit Fachliteratur. Nur zweitklassige Mitarbeiter befragen Google und verwenden die dort gewonnenen Informationen. Das geht meist schwer daneben. Mit Internetwissen kann man einfach nicht glänzen.

Eine vernünftige Arbeitsplatzausstattung ist teuer und wer seine Arbeitsstelle wechseln sollte, muss sich die Arbeitsbedingungen vor Ort anschauen. Warum nicht ein paar Tage Urlaub nehmen und auf Probe arbeiten. So kann auch schnell festgestellt werden, ob das Betriebsklima stimmt. Ein moderner Arbeitgeber wird einem High Performer stets das neueste Werkzeug zur Verfügung stellen. Notebook, mobiler Drucker und Scanner oder eben ein Breitbildmonitor 34 Zoll mit Bild in Bild. Ein flotter Rechner versteht sich praktisch von selbst. Wer viel mit Konstruktionsplänen zu tun hat, erkennt diese Notwendigkeiten. Es wäre ein Schritt zurück, sich an einem 23 Zoll Monitor abzuquälen. Das ist nicht zeitgemäß.

Nun kann ich freilich nur vom Bau reden, weil ich in diesem Bereich tätig bin und da gibt es große Unterschiede. Es gibt Baufirmen, wo die technische Ausstattung regelrecht exquisit ist. Baucontainer mit Klimaanlage, Internetrouter und ausgestattet mit Kühlschrank und Kaffeemaschine. Dass dabei die Bautechnik in nichts nachsteht versteht sich von selbst. Da macht es Spaß zu arbeiten und jeder Mitarbeiter ist motiviert. Obendrein dürfen sich selbst junge Bauleiter ihren Firmenwagen aussuchen und auch der Stern ist kein Problem. In diesen Firmen sammeln sich die High Performer. Da wird Geld verdient.

Im krassen Gegensatz dazu gibt es Firmen, wo der Mitarbeiter froh sein soll, in diesem Betrieb arbeiten zu dürfen. Lange Arbeitszeiten, ein sehr knappes Spesenkonto und dürftige Gehaltssprünge. Meist ist maximal ein Golf oder ein Skoda Octavia als Firmenwagen drin. Die Chefs solcher Firmen argumentieren, dass genügend andere Ingenieure am Firmenzaun rütteln, um genau diesen Arbeitsplatz zu bekommen. Das ist schon deshalb Unsinn, weil nie jemand zu sehen ist, der am Zaun rüttelt. Und wenn ein Mitarbeiter kündigt, dann wird gejammert. In einem Loserbetrieb arbeitet niemand gerne und oft nur deshalb, weil im Moment kein besserer Job zu finden ist. Verbessert sich die Marktlage, dann sind die High Performer weg. So funktioniert die Marktwirtschaft.

In Zeiten knapper Fachkräfte müssen Firmen ihr Arbeitsangebot attraktiv gestalten. Nicht nur die Arbeitsbedingungen und der Lohn müssen perfekt sein, auch Weiterbildungen sollten hochwertig und in einer gewissen Regelmäßigkeit angeboten werden. Manche Firmen wollen ihre Arbeitnehmer nicht unterschiedlich behandeln. Meist haben alle den gleichen Schreibtisch, die gleiche Ausstattung und die gleichen Firmenwagen auf der untersten Stufe. Es ist bedauerlich, wenn keine Unterschiede gemacht werden. In solchen Firmen ist kein Mitarbeiter motiviert Höchstleistungen zu bringen, wenn alle in kommunistischer Manier behandelt werden.

Die andere Seite der Medaille ist der Mitarbeiter selbst. Er muss sich wie eine Braut hübsch und attraktiv machen. Sonst fällt es dem potentiellen Arbeitgeber schwer, eine Extrawurst zu braten. Ein Star muss eben ein Star sein und nicht nur seine Absicht erklären, dass er einer sein könnte, wenn die Randbedingungen stimmen. Es ist ein Trugschluss, dass mehr Gehalt eine höhere Leistung hervorbringt. Das passiert meistens nicht.

Ein guter und attraktiver Job kommt nicht von alleine. Und selbst nur gut zu sein reicht bei weitem nicht aus. Wer keine Connections besitzt und pflegt, wird immer nur die zweite Geige spielen. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob man als besonders nett und freundlich gilt. Das interessiert nur die Sekretärinnen und die Putzfrauen. Es geht dem Betrieb einfach um die Aufgabenerfüllung und um den Profit. Wer für die Firma ordentlich Geld verdient, kann sich durchaus etwas danebenbenehmen. Außergewöhnliche Mitarbeiter haben meist woanders echte Defizite, so wie Künstler. Genialität hat ihren Preis.

Ein außergewöhnlicher Mitarbeiter fragt nicht nach der Arbeitszeit, sondern immer nach dem Endtermin. Danach richtet sich alles aus und es bleibt ihm überlassen, wie und wann er diesen erfüllt. Die künstlerische Freiheit nehmen sich High Performer, denn sie wissen, wann sie Höchstleistungen erbringen. Mittags anfangen und nachts nach Hause gehen ist dabei nicht ungewöhnlich. Manche arbeiten zu Hause im Bademantel oder eben am Wochenende, weil sie am Montag keine Lust zum Arbeiten haben. Einzig und alleine das Ergebnis zählt. Diese Freiheit mag vielen Arbeitgebern nicht sonderlich gefallen, aber dank Google und Co. haben sich viele Firmen der modernen Zeit angepasst. Doch es reicht nicht aus, eine Bar im Firmengebäude einzurichten. Das gesamte Arbeitsumfeld muss auf Flexibilität und Höchstleistung ausgerichtet sein.

Ein echter High Performer wird den Sprung in die Selbständigkeit wagen, sobald er schlichtweg die Schnauze voll hat, wegen jeder Kleinigkeit zu betteln. Das wichtigste bei der Selbständigkeit sind die Kontakte. Wer den Markt und die Entscheidungsträger nicht kennt, wird nur sehr schwer Aufträge generieren können.

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