• 27.02.2017

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

FBS Fahrzeugnachrüstung aus Frankfurt - Schlosser ohne Verstand

fbs

» Artikel vom

Wer kennt nicht den Ärger mit Autowerkstätten. Man beauftragt eine grosse Inspektion und dann wird der Luftfilter weder gewechselt, noch gereinigt. Obendrein wird die Gummidichtung am Ölmessstab nicht getauscht. Ja, so ist Mercedes in Weißensberg/ Bodensee. Oder man zahlt eine fünfstellige Summe, um einen Wagen zu verschönern und bittet die Werkstatt um einen kompletten Check. Die Experten sehen natürlich nicht, dass der Keilriemen schief läuft. Wo ist das passiert? Ebenfalls bei Mercedes in Weißensberg.

Aber das sind noch harmlose Dinge. Den Knaller meines Lebens erlebte ich bei FBS Fahrzeugnachrüstung in Frankfurt. Vielleicht haben sie dort Ahnung von modernen Autos wie VW und Co., aber von Oldtimern sollten sie besser die Finger lassen. Die heutigen Schlosser moderner Autos können nur noch auf ihren Computer glotzen und Baugruppen tauschen. Mehr haben sie nicht gelernt. Das ist hart, aber eben die Wahrheit.

Ich bin zwar selbst Fahrzeugschlosser, gelernt habe ich am ungarischen Ikarus-Bus, aber im Laufe der Jahre bin ich mehr als faul geworden. Immerhin gibt es unzählige Werkstätten und eine wird sicher meinen Lada nach meinen konkreten Wünschen veredeln können. Ein Wunsch war, eine Klimaanlage in meinem Lada 2104 einbauen zu lassen. Nach ein wenig Googeln stiess ich auf die Fa. FBS Fahrzeugnachrüstung in Frankfurt. Eine Klimaanlage in einen Lada einbauen? Klar, das ist easy. Probleme? Keine, schliesslich sind wir Profis. Der Optimismus von FBS war grandios und die Verkaufsgespräche waren sagenhaft gut. Mich hat das überzeugt und so brachte ich meinen Lada nach Frankfurt.

Um es vorweg zu sagen. Mein Lada stand knapp 3 Monate bei FBS, bis er wenigstens halbwegs lief. Das war kein Tippfehler: Ja, fast 3 Monate. Später trafen wir uns dann gemeinsam vor dem Amtsgericht in Frankfurt und haben uns verglichen. Trotzdem muss diese besonders interessante Story, man muss es eher eine Odyssee nennen, verbreitet werden. Wenn ich nicht live dabei gewesen wäre, dann würde ich es nicht glauben.

Alle meine Bedenken, wie eine möglicherweise zu schwache Lichtmaschine oder dass der Lada-Motor gerne zur Überhitzung neigt, wurden weggewischt. Nein, sie kennen diese Probleme und ich müsse mich nicht sorgen. Oldtimer seien schließlich ihre Spezialität. Und so kam, was kommen musste.

Kurz vor Weihnachten habe ich meinen Urlaub (2012) gebucht. Als Unterhaltspreller gönnte ich mir eine ausgedehnte Asienrundreise. Korea, Vietnam, Philippinen und Thailand. Ein netter Urlaub. Ich bin extra von Frankfurt aus geflogen, damit ich meinen Lada dort bei FBS lassen konnte. Immerhin war ich 6 Wochen im Urlaub und innerhalb dieser Zeit sollte die Montage der Klimaanlage und einer Standheizung kein Problem sein.

Zu meiner Rückkehr stellte FBS den Lada wie vereinbart auf einen bewachten Parkplatz und hinterlegte den Fahrzeugschlüssel beim Pförtner. Ich kam samstags aus dem Urlaub zurück und das sollte eine feine Sache werden. Das Flugzeug landet, in den Lada steigen und ab nach Österreich, wo ich damals wohnte.

Ziemlich cool öffnete ich nach der Landung meine Standheizungs-App und stellte sofort auf volle Heizkraft ein. Ich freute mich auf meinen warmen Lada, immerhin lag dick Schnee und es war kalt. Mit dem Taxi zu dem besagten Parkplatz gefahren, aber der Lada war kalt. Die Standheizung ging nicht. Der Motor sprang an, doch die Batterieanzeige spielte etwas verrückt. Laden, entladen und das im Rhythmus von 10 bis 30 Sekunden. Ok, immerhin lief der Lada halbwegs.

Ich fuhr los Richtung Süden, doch ab Stuttgart lief der Motor nur noch auf Batterie. Ohne Lichtmaschine kann ein Lada durchaus 300 bis 400 km fahren, wenn alle Verbraucher abgeschaltet werden. So schaffte ich es bis zu meiner Wohnung nach Hörbranz. FBS angerufen und sie holten den Wagen mit einem Autoabschleppdienst ab. Dann stand der Lada wochenlang bei denen rum. Die Lichtmaschine sei zu schwach und sie würden nun eine vom Landrover einbauen. Dazu bräuchte man eine neue Halterung und so weiter. Das war natürlich alles gelogen.

Man baute eben keine starke Lichtmaschine vom Landrover ein, sondern eine vom Lada Samara mit einer schwachen Leistungssteigerung von 45 auf 55 A. FBS behauptete immer, dass sie jede Menge Lada Niva mit Klimas ausrüsten, aber eine Lichtmaschine vom Lada Niva mit 80 A zu verbauen, auf diese Idee kamen die Experten von FBS nicht. Obendrein wurde mein Motor nun immer extrem heiß. Nach einer halben Stunde fing er fast an zu kochen.

Die Klimaanlage hat logischerweise einen Klimakühler, der vor dem Wasserkühler eingebaut wurde. Das ist zwar der einzig freie Platz, aber das Problem, dass der Klimakühler den Wasserkühler aufheizt bzw. die Luftzufuhr zum Wasserkühler blockiert, haben die Oldtimer-Experten von FBS weder bedacht, noch bemerkt.

Hier gibt es zwei Lösungen. Einmal muss ein Racing Sauglüfter mit einer hohen Leistung eingebaut werden, der eine schnelle Hitzeabfuhr garantiert. Obendrein noch ein Sensor, der den Lüfter einfach früher einschaltet. Zudem gibt es Universal Ölkühler aus dem Motorrennsport, die den Motor zusätzlich herunterkühlen. Racing-Lüfter und Ölkühler kosten zusammen keine 300,- €. Aber auf diese Idee kam FBS nicht.

So richtig sauer wurde ich, als ich für die Lada-Samara Lichtmaschine 175,- € plus Einbau zahlen sollte, obwohl es das Teil für 80,- € im Handel gibt. Das ist schon dreist. Meinen Lada bekam ich zur Krönung mit einer verbeulten Fahrzeugkante zurück, die Motorhaube war schief montiert, die Hupe strahlte ihren Lärm in Richtung Fahrerkabine ab, der Deckel vom Wasserbehälter war gebrochen, usw. Ich rede hier von einem Volldesaster. Klar, dass man sich nach dem Scheitern aller gütlichen Einigungsversuche dann vor Gericht (2015) treffen muss.

Den nachträglichen Spruch von FBS, dass der Lada 2104 eine Bastelkarre sei, war ein Schlag in meine Ossifresse. Eine bodenlose Frechheit, aber so sind die Hessen bei FBS eben.

Letzte Woche war ich beim TÜV. Der Prüfer sagte, dass mein Lada 2104 wie aus dem Laden aussieht und ein sehr schönes Auto ist. Keinerlei Mängel und Abgaswerte, die manch ein moderner Neuwagen nicht schafft. Die Bremsen sind Klasse und der Prüfer war einfach begeistert. Von einem Bastlerauto ist mein Lada meilenweit entfernt. Kein Rost und technisch Tip Top.

FBS Fahrzeugtechnik in Frankfurt kann bei Standardautos sicherlich eine gute Leistung erbringen, aber von einem professionellen Oldtimer Service sind sie meilenweit entfernt. Dazu braucht man Erfahrung, Kreativität und grosses Fachwissen. Und genau das haben sie bei mir nicht zeigen können. Die Technik vom Lada 2104 ist sicherlich nicht so schwer. Das ist sowjetische Technik aus den 70iger Jahren. Alles einfach und robust.

Meinem Chef ging es so ähnlich wie mir. Nun hat er die Schnauze voll von unfähigen Autowerkstätten und eine komplette Werkstattausrüstung gekauft. Wir reparieren und warten jetzt alle Autos selbst. Und so bekommt meine Fahrzeugschlosserausbildung aus dem Jahr 1984 heute wieder einen Sinn.





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