• 26.03.2017

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Was wäre wenn

altes_paar

» Artikel vom

Wie schön waren die alten Zeiten. Kaum jemand kennt sie noch aus eigener Erfahrung. Nur in Filmen können Männer noch das traute Heim im Kreis der eigenen Familie bestaunen. Da war der Mann das Familienoberhaupt und musste für alle Familienmitglieder weise und gerecht entscheiden. Ja, das war eine kleine Diktatur, in der alle Familienmitglieder der Entscheidung des Familienoberhaupts folgten. Ein echter Diktator entscheidet nicht einfach so, sondern hört sich geduldig die Vorschläge seiner Untertanen an. Aber dann trifft er eine Entscheidung und trägt dafür selbstverständlich auch die Verantwortung. Das ist eine hohe Last und Bürde.

Ein Familienoberhaupt ist heute völlig out. Nicht nur, dass sowas aus der Mode gekommen ist, es widerspricht dem heutigen Grundsatz von Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Und damit wir alle gemeinsam ein wenig lachen können, denken wir nun daran, dass eine gleichberechtigte Partnerschaft gegenseitigen Unterhalt völlig ausschließt. Die Gleichberechtigung wird von Frauen stets vehement gefordert, aber geht es um ihre persönlichen Vorteile, dann ist sie Schall und Rauch. Das ist ein spezieller Wesenszug der Frauen, sich immer nur die Rosinen aus dem Kuchen zu picken. Das wissen wir Männer und wischen uns beim Gefasel über Gleichberechtigung die Tränen aus den Augen. Das ist ein echter Schenkelklopfer.

Manche Männer sind der Meinung, dass die Scheidung einfach verboten gehört. Dieser Gedanke ist nachvollziehbar, wenn man das Eheversprechen wörtlich nimmt. Der Bund der Ehe wird schließlich lebenslänglich geschlossen. Doch es gibt nun mal die Hintertür der Scheidung. Bei der Heiratszeremonie ist davon freilich nicht die Rede. Schließlich möchte der Standesbeamte nicht die schöne Party versauen und seine Aufgabe im Dienst des deutschen Staates besteht eben darin, Frauen zu verheiraten, damit der Staat die finanzielle Verantwortung für die Damen los ist. Mit der Heirat hat der Mann während und nach der Ehe für die Frau aufzukommen.

Wenn die Scheidung generell verboten wäre, dann würden Frauen ihren Mann mit größter Sorgfalt aussuchen. Aussuchen natürlich deshalb, weil Frauen nicht selbst auf den Mann zugehen, sondern einen Bewerber aus dem ihnen zur Verfügung stehenden Angebot auswählen. Bei einem Scheidungsverbot würden Frauen nie leichtsinnig heiraten, denn sie muss mit ihrem Mann für den Rest ihres gemeinsamen Lebens klar kommen.

Ein Scheidungsverbot hätte auch für den Mann weitreichende Folgen. Er hat seine Frau an den Hacken kleben und bekommt sie nie wieder los, auch wenn sie alt, hässlich oder fett wie ein Schweinchen geworden ist. Der Ehemann muss zu seiner Frau stehen, komme was wolle. Und das ist nicht abwegig, denn genau das ist der Sinn einer Eheschließung. Ein ewiger Bund fürs Leben, der nicht aufkündbar ist.

Ein Kündigungsverbot der Ehe würde für beide Eheleute völlig neue Perspektiven eröffnen. Die Teilung des gemeinsamen Familieneinkommens wäre selbstverständlich. Die Frau muss ihren Mann nicht beklauen, denn damit würde sie sich selbst beklauen. Das macht keinen Sinn. Ein Mann würde sein Gehalt nicht verheimlichen und nichts davon abzweigen, um es für schlechte Zeiten zu verstecken. In guten Zeiten haut eh keine Frau ab, aber wehe, wenn die Kohle knapp wird. Da liegt der Point. Auch in wirklich schlechten Zeiten wäre die Frau gezwungen, bei ihrem Mann zu bleiben.

Die heutige Realität ist leider so, dass Frauen den Hasenfuß machen, sobald der Mann eine Krise durchmacht, sei es beruflich oder gesundheitlich. Die Trennung obendrauf wirkt dann beim Mann wie ein doppelter Kinnhaken. Bei einem Scheidungsverbot würde die Ehefrau alles daran setzen, dass ihr Ehemann wieder leistungsfähig wird. Eine Tugend, die heute nicht mehr zu finden ist.

Für Frauen ist die Vorstellung eines Scheidungsverbots ein echtes Horrorszenario. Die Selbstbestimmung, die sie sich nach Jahrhunderte langer Unterdrückung mühsam erkämpft haben, wäre auf einen Schlag im Arsch. Dabei ist die frühere Unterdrückung der Frau ein Märchen. Warum gab es Liebeslieder? Warum gab es Liebesgedichte? Warum machten Männer den Frauen Geschenke? Warum wurden Kriege wegen Frauen geführt? Sicherlich nicht, um die Frau zu unterdrücken, sondern um intensiv um sie zu werben und sie zu beeindrucken. War es früher ein herzzerreißendes Liebeslied, das der Mann unter dem Balkon seiner Liebsten sang, so ist es heute das Shopping im Einkaufszentrum. So haben sich die Zeiten geändert. Wer heute seiner Holden ein Liedchen trällert, der macht sich zum Affen und erntet nichts ausser Hohn und Spott. Also wird die Geldbörse geöffnet und das Herz der Traumfrau kurzerhand mit ein paar Scheinchen erobert. Wer die dickste Geldbörse hat, der wird die schönste Frau abbekommen.

Ein Scheidungsverbot würde das deutsche Wirtschaftssystem völlig ins Wanken bringen. Anwälte, Richter, Gutachter, Sozialarbeiter, Jugendämter und alle Hilfsorganisationen im Familienbereich wären auf einen Schlag nutzlos. Jede Menge Arbeitslose und sinkende Steuereinnahmen wären das Ergebnis. Doch stabile Ehen ohne Scheidung würden die Geburtenrate rasch nach oben treiben. Ganz massiv sogar. Deutschland würde wieder eigenen Nachwuchs produzieren. Die Wirtschaft würde schon nach wenigen Jahren boomen. Mehr Menschen, mehr Kaufkraft. Das wäre ein Wirtschaftswunder, das seinesgleichen suchen würde.

Leider ist und bleibt das eine Fiktion. Scheidungen wird es immer geben. Zu viele Menschen leben davon. Ähnlich wie beim Steuersystem. Eine Vereinfachung ist auch da nicht machbar, weil zu viele von einem komplizierten Steuersystem profitieren. Kaum auszudenken, wenn unzählige Steuerberater und Finanzbeamtinnen umschulen müssten. Der deutsche Staat wird sich nicht mit einer starken Lobby nicht anlegen. Niemals. Und so bleibt alles beim Alten. Das Eheversprechen, der Schwur auf die ewige Liebe, ist und bleibt eine dreiste Lüge.

Und so muss sich niemand wundern, wenn Deutschland immer mehr zum Land der Singles und Alleinerziehenden verkommt. Dieses Problem ist hausgemacht, doch keiner konnte oder wollte bisher daran etwas ändern. Die einzige Lösung wäre, wenn sich die Masse der Frauen gegen das familienzerstörende Rechtssystem einsetzen würde. Nur so wird sich etwas ändern. Männer haben bei diesem Thema keinen Einfluss. Niemand hört auf Sklaven, die ein Ende der Sklaverei fordern. Aber nichts ist unmöglich. Was heute noch unvorstellbar ist, das kann morgen schon passieren. Warten wir es ab. Bis dahin können Männer durchaus von besseren Zeiten träumen.

Alle Artikel im Archiv lesen - Das Männermagazin

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert


Über Leutnant Dino
Impressum