• 22.02.2017

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Ein Rechner macht immer Arbeit

windows10

» Artikel vom

Freitagabend sitze ich am Rechner und habe nichts so richtig zu tun. Mein lieber Rechner hat einige Windows Probleme, denn zwei nicht unwichtige Programme laufen nicht mehr so richtig. Es kommen immer wieder Fehlermeldungen, obwohl die Hardware und die Treiber in Ordnung sind. Und da kam ich auf die geniale Idee, ein Upgrade auf Windows 10 zu machen. Meine feste Hoffnung war, dass sich die Probleme damit von selbst erledigen.

Und wer Microsoft vertraut, ich bin da wirklich sehr vertrauensselig, der begibt sich in eine Gefahr, wie man es nur von Frauen kennt. Ich lade also Windows 10 herunter und fange an zu installieren. Es versteht sich fast schon von selbst, dass ich eine saubere Datensicherung habe, aber die Treiber und sonstigen Einstellungen habe ich nicht gesichert. Warum auch? Microsoft soll schließlich mit Windows 10 jetzt den Stein der Weisen entdeckt haben.

Jedenfalls habe ich Windows 10 installiert und der Rechner fuhr hoch. Mein Gefühl, dass es nun etwas länger dauert, täuscht mich nicht. Ok, wie auch immer. Ob ein Rechner nun etwas länger braucht, stört mich nicht unmittelbar. Die vorhandenen Treiber hat Windows 10 prima geschluckt und auch alle Daten waren noch da. Die Probleme mit meinen zwei Programmen haben sich grandios gelöst, denn nun ging gar nichts mehr. Die Installations-CD war schnell gefunden, aber auch damit bekam ich die Software nicht ans laufen.

Nun schaute ich mir Windows 10 etwas genauer an. Ich habe die empfohlenen Einstellungen gewählt und habe mich nicht wirklich gewundert, dass Windows 10 ein prima Werbeträger für allerlei Krimskram ist. Die Programme heißen jetzt Apps und das macht es nicht wirklich besser. Ich bin zwar bereit, mir Neuigkeiten anzutun, aber Windows 10 hält nicht das, was ich mir persönlich erhofft habe. Klar kann man Windows 10 bereinigen und den vielen Schund deaktivieren, aber dazu hatte ich nun wirklich keine Lust. Und so kam ich auf die geniale Idee alles wieder rückgängig zu machen. Schließlich ist das alte Windows 7 noch drauf und ich kam noch immer nicht auf die Idee, die Treiber zu sichern. Warum auch? Schließlich handelt es sich um ein stabiles System.

Also habe ich die Rücksicherung gewählt und alles lief planmäßig. Das alte Windows 7 startete und nun sah ich ein tolles blaues Bild, zwar nur ganz kurz, und schon wurde mir klar, dass nun die echten Probleme begannen. Windows 7 fuhr nicht mehr hoch. Keine Chance. Alle Varianten habe ich ausprobiert. Dann ging mir, der alten Ossinase und dem Marxistenschwein ein Lichtlein auf. Ich habe die Treiber nicht gesichert. Prima. Einen Teil der Treiber habe ich auf CD, andere musste ich downloaden und wer das schon mal gemacht hat, der weiß, dass dabei viel Zeit drauf geht. Hätte ich mich ordentlich auf die Aktion vorbereitet, würde ein komplettes Aufsetzen des Rechners inklusive aller Software und Einstellungen keine zwei Stunden dauern. Nun waren es sechs Stunden. Zum Glück habe ich keine Frau oder Freundin, die im Schlafzimmer nackig und breitbeinig auf mich wartet, um richtig durchgevögelt zu werden. So konnte ich die Nacht effektiv nutzen. Ich habe den Rechner neu aufgesetzt und Windows 7 frisch und jungfräulich installiert. Alle Probleme waren gelöst und mein komplettes Softwarepaket läuft wieder erste Sahne.

Klar sagen die Experten, dass ein gut funktionierendes System nicht geändert werden soll, aber ich hatte Probleme. Videos konnte ich meist nicht in mp4 formatieren und meine Kalkulationssoftware hatte immer einige Aussetzer. Jetzt geht wieder alles.

Nun habe ich aus dieser Aktion gelernt und mir einen Ordner „PC“ angelegt. Dort sind alle Programme, Treiber, Keys usw. abgelegt. Wenn jetzt mal ein Crash passieren sollte, dann habe ich alles griffbereit. So sollte es sein.

Bei dieser Gelegenheit habe ich mein Sicherheitssystem weiter verbessert. Ich verzichte nun auf ein Windows Passwort, dass die Kripo sowieso ziemlich leicht knacken kann. Da ist kein Schwierigkeitsgrad dabei. Bei einer nächsten Hausdurchsuchung, eine habe ich ja bereits erfolgreich absolviert, wird sich die Kripo im ersten Augenblick freuen, wenn sie den Rechner hochfahren kann und Windows ohne Probleme aufgeht. Und die Freude wird noch größer beim ermittelnden Polizeibeamten, wenn er die vielen und gut sortierten Laufwerke sieht. Der Polizist bewegt die Maus, macht ein Klick auf das Laufwerk und dann geht ein hübsches Fensterchen auf. Bitte geben Sie ihren Nutzernamen und Passwort ein. Bei diesem Gedanken bekomme ich einen Harten und mein Saft aus den Lenden schießt gegen mein Kinn. Die Kripo steht vor einem Rätsel und selbst wenn sie das Passwort von mir bekommen sollte, zum Beispiel durch Waterboarding sprich Folter, dann erscheint eine verschlüsselte Datei mit der Bezeichnung „Daten“. Auch wieder dumm gelaufen.

Wenn mein Rechner hochgefahren ist, muss ich freilich einige Passwörter eingeben, aber das mache ich doch gerne. Auch die Polizei muss ihren Anspruch erhöhen, selbst komplizierte technische Hindernisse zu lösen. Ich wäre jedenfalls so und es macht doch einen Riesenspaß, so eine interessante Aufgabe zu bekommen. Ich kann nicht verstehen, dass sich die Kripo darüber ärgert. Sonst könnte diesen Job jeder Depp machen.

Man mag mir zwar die Tür eintreten können, die Rechneranlage samt Netzwerk einsacken, aber das erzeugt bei mir ein kühles Lächeln mit einem kleinen Harten in mein Höschen. Klar kostet es Geld, einen neuen Rechner, Linkstation und den ganzen Kram neu zu kaufen, aber innerhalb weniger Stunden sitze ich an einem Rechner, an dem nichts fehlt und alle Daten, freilich verschlüsselt, vorhanden sind. Und dann wird mich die Polizei wieder anrufen und nach den Passwörtern fragen. Ich habe nach der ersten Hausdurchsuchung die Polizei grandios unterstützt und ihnen geholfen. Die Bedingung war gewesen, dass alle Festplatten unverzüglich an mich zurückgehen und sie dann die Daten kopieren dürfen. Auf diesen Deal ging die Staatsanwaltschaft ein.

Damit dürfte auch einem Trottel klar sein, dass ich keine strafrelevanten Daten habe, aber ich mache der Staatsmacht gerne eine kleine Freude. Doch jede Freundlichkeit hat natürlich irgendwo ihre Grenzen. Bei einer erneuten Hausdurchsuchung muss die Kripo ihren Job gefälligst selbst erledigen. Wenn sie es nicht können, dann stellt sich die Frage der Eignung für diesen Job. Zumindest für mich.

Diskutiere über diesen Artikel und teile Deine Erfahrungen mit anderen Lesern!

Beachte bitte die Hinweise für Kommentare.

Alle Artikel im Archiv lesen - Das Männermagazin

»Geld oder Liebe

helm

War das nicht eine Sendung im Fernsehen, wo sich einsame Singles zwischen einem Partner oder Geld entscheiden konnten? Ich weiß…

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert


Über Leutnant Dino
Impressum