• 27.02.2017

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Benachteiligte Männer entwickeln sich zum Superman

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» Artikel vom

Die guten, anständigen, redlichen, antisexistischen und braven Männerrechtler prangern gebetsmühlenartig die heutige Benachteiligung von Jungen und Männern an. Es ist müßig und oft kaum beweisbar, ob Jungen in der Schule wirklich benachteiligt werden und Mädchen generell bessere Zensuren einfahren. Vorstellbar sind diese Zustände durchaus. Hierbei ist jedoch festzuhalten, dass Jungs bei gleicher Leistung tendenziell schlechtere Noten bekommen. Der Punkt ist jedoch, dass der entscheidende Faktor Leistung bei Jungen nicht schlechter ist. Nur die Bewertung dieser Leistung mag etwas schlechter sein.

Dass eine Benachteiligung negativ für die Persönlichkeitsentwicklung sein soll, ist ein Mythos. In Deutschland herrscht trotz vieler Ungerechtigkeiten eine gewisse Gleichberechtigung. Jeder darf studieren, was er möchte, sofern die Zugangsvoraussetzungen des Studiengangs erfüllt werden. Das ist zweifelsfrei eine soziale Errungenschaft. Reiche Studierende können sich voll auf ihr Studium konzentrieren, während Kommilitonen aus der Unterschicht nebenbei arbeiten müssen, um ihren Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Das ist eine klare Benachteiligung, die der deutsche Staat jedoch durch Bafög etwas abfedert. Da können Soziologen rund um den langhaarigen und ungepflegt aussehenden Andreas Kemper noch so darüber jammern, dass Kinder aus der Arbeiterklasse die klassischen Verlierer im Kapitalismus seien. Das stimmt nicht.

Eine Benachteiligung ist in Wahrheit ein echter Vorteil. Wer sich aus der Unterschicht nach oben arbeitet, der beweist, dass er echte Krisen meistern kann. Solche Männer sind in der Lage, aus einer fast ausweglosen Situation in die Elite vorzustoßen. Durch Beharrlichkeit, harte Arbeit und mit dem unbändigen Glauben und Willen, die eigenen Ziele auch unter widrigsten Bedingungen zu erreichen. Solche Männer wachsen umso weiter über sich hinaus, je auswegloser die Situation ist. Anders gesagt: Eine echte Lebenskrise ist bereichernd und eine Herausforderung, seine wahre Klasse zu zeigen. Je härter und tiefer eine Krise, desto besser entwickeln sich Kreativität und Kampfeswille beim Streben, sich daraus zu befreien.

Wer eine angebliche oder tatsächliche Benachteiligung aus diesem Blickwinkel sieht, der verfügt über eine Überlebensstrategie, die Frauen fehlt. Frauen brechen schon in kleinsten Krisensituationen zusammen und dann findet sich immer jemand, der helfend einspringt, sie auffängt und ihr verkorkstes Leben wieder auf die Beine stellt. Diese Erfahrung lehrt die Frauen, die Herausforderung zur Bewältigung einer Krise überhaupt nicht annehmen zu müssen. Warum auch, wenn andere Menschen ihre Problemlöser sind. Im Zweifelsfall gibt es immer ein warmes Plätzchen im Frauenhaus. Frauen können für sich entscheiden, welche Lösung sie anstreben, doch meist entscheiden sie sich für den leichtesten Weg mit dem geringsten Widerstand.

Ich würde mich selbst nicht gleich als Superman bezeichnen, aber mein Überlebenswille war immer schon stark ausgeprägt. Dabei werden auch Eigenschaften entwickelt, die als egoistisch eingeschätzt werden. Das Motto heißt dabei, dass ich mir zuerst helfe und natürlich ebenso meinen echten Freunden. Und da es davon nur zwei gibt, kann ich meine Energie praktisch nur auf mich konzentrieren. Die anderen Mitmenschen sind mir zwar nicht völlig gleichgültig, aber nicht jeder Mensch kann ein Gewinner sein. Das ist die höfliche Umschreibung für ein gesundes Maß an Egoismus.

Grundsätzlich geht ein Gewinner immer in Vorleistung. Ein Job, sei er auch noch so schlecht bezahlt, sichert immerhin das Überleben und ist eine Basis, auf der zukünftig aufgebaut werden kann. Das ist ein großer Unterschied zu einem Loser, der lieber arbeitslos ist, als sich unter seinen eigenen Vorstellungen zu verkaufen. Keine Arbeit darf für eine Übergangszeit zu schade, zu billig oder zu schmutzig sein. Wer diese Einstellung als Lebensgrundlage mitbringt, ist auf dem richtigen Weg. Es mag zwar ein momentaner Abstieg sein, aber jede Veränderung, ob positiv oder negativ, bietet gewaltige Chancen. Mit etwas Geduld und Beharrlichkeit geht es wieder oder weiter nach oben. Dass in der Phase des Abstiegs Frauen stets das vermeintlich sinkende Schiff verlassen, ist ihr Problem. Ein Mann darf sich davon nicht beeindrucken lassen. Die Frau geht und sie hat eben ihre Gründe dafür. Es sind ihre Gründe.

Mein erster Überlebenskampf war sicherlich die Wendezeit um 1990. Heute sehe ich die damaligen Turbulenzen als gute Vorbereitung für meine späteren echten Krisen. Nach meiner ersten Ehe war ich 1994 schon wieder pleite. Die nächste Pleite folgte im Jahr 2005, nachdem mich meine schwangere Freundin mit unserem gemeinsamen Kind verlassen hat. Seitdem bin ich bis zum heutigen Tag sozusagen dauerpleite. Kein Konto, kein Vermögen, kein Eigentum, nichts. Bei 350.000 Euro Schulden und mehr ist die beste Strategie, einfach nichts zu haben. Dieser Zustand gilt als gesetzt und gegeben. Auf den ersten Blick mag das eine ausweglose Situation sein, aber kleinere Türchen öffnen sich immer wieder. Nur muss das erarbeitet werden, von alleine passiert nichts. Männer, die mit beiden Beinen im Arbeitsleben stehen, haben ein sicheres Gespür für Chancen und Lösungen. Vom Staat zu leben ist schon deshalb keine Option, weil dann eigene Entscheidungen kaum noch möglich sind. Wer für den Lebensunterhalt sorgt, der nimmt sich einfach das Recht heraus, den Takt anzugeben. Das macht die Arbeitsagentur vorbildlich.

Nun ist eine Krise im ersten Moment keine schöne Sache, gerade wenn sie unangekündigt und aus heiterem Himmel auf einen niederprasselt. Doch sehe ich jede Krise als Chance, meine wahre Klasse zu zeigen und mal wieder richtig Gas zu geben. Das erzeugt zwangsläufig ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein. In der Krise unverzichtbar ist externer Rat. In eigener Sache und persönlicher Betroffenheit ist der Blick manchmal etwas vernebelt und da hilft nur eine unbelastete klare Sicht der Dinge, die vertrauenswürdige Freunde oder Berater bieten. Das sind freilich Menschen, die nachweisbar eigene Krisen souverän gemeistert haben. Deshalb kann eine Frau niemals ein Berater für mich sein.

Und bei der Frage, ob eine Benachteiligung im Leben wirklich etwas Negatives ist, kann es nur heißen: Krisen und Benachteiligungen sind unter dem Strich ein dickes Plus. Im Übrigen sind Krisen eine ideale Gelegenheit, seinen Rucksack von Ballast zu befreien.

Meine letzte Krise habe ich im Jahr 2015 überwunden. Job- und Wohnungsverlust zeitgleich und aus heiterem Himmel. Ich brauchte nur vier Wochen und alles war wieder geregelt mit neuer Wohnung und neuem Job. Das war zwar ein immenser Energieaufwand, aber wie ich diese Situation gemeistert habe, das war Agieren auf Weltklasseniveau. Die Brust schwillt dabei an und der Erfolg zeigt, dass selbst solche Doppelkrisen überwunden werden können. Und ich muss mir nichts vormachen. Die nächste Krise wartet schon und kommt ganz gewiss.

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