• 27.03.2017

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Auswandern für Unterhaltspflichtige

unterhaltsflucht

» Artikel vom

Sich immer wieder mit den gleichen Fragen zu beschäftigen ist nicht für die Fragesteller, jedoch für den Antwortgeber auf Dauer ziemlich anstrengend. Zum Thema Auswandern in Verbindung mit der leidigen Unterhaltspflicht habe ich alles gesagt und geschrieben. Auf WikiMANNia, im Forum des Trennungs-FAQ und hier im Männermagazin steht alles so umfassend beschrieben, dass keine Fragen offen bleiben. Es versteht sich von selbst, dass diese Informationen aus meiner Feder und aus meinen eigenen Erfahrungen stammen. Eigene Erfahrungen zu machen ist zeitintensiv, fehleranfällig und teuer. Wer sich das ersparen will, der liest meine Ausführungen. Obwohl ich dafür kein Geld nehme, sind meine Informationen hochwertig. Das kann kein Anwalt bieten. Warum Anwälte darüber Bescheid wissen sollen, erschließt sich mir eh nicht.

Männer, die nach Links zu Informationen übers Auswandern bei Unterhaltspflicht fragen, sollten Deutschland definitiv nicht verlassen. Wer diese Infos nicht selbst findet, der findet auch nicht die Toilette im Flughafenterminal, geschweige denn das richtige Gate seines Fluges. Dieses offene Wort ist keine Beleidigung, sondern eine realistische Einschätzung der Sachlage.

95% aller auswanderungswilligen Männer sollten sowieso lieber im Schwarzwald oder im wunderschönen Allgäu wohnen bleiben. Auswanderer, die von Ängsten, Zweifeln und offenen Fragen geplagt werden, haben schlichtweg nicht die Eier und den Mut, diesen Schritt ins Ungewisse zu wagen. Bis ins letzte Detail ausformulierte Checklisten in allen denkbaren Variationen schränken die eigene Kreativität ein. Und wenn die nicht vorhanden ist, dann sieht es ganz düster aus. Im Ausland Fuß zu fassen bedeutet immer das Hirn anzustrengen und Wege zu gehen, die man vorher für unmöglich gehalten hat. Zweifler werfen beim ersten Problem eh das Handtuch und suchen dann meist vergebens nach jemandem, der ihnen hilfreich und natürlich kostenlos zur Seite steht.

Dann gibt es noch die Spezialisten, die bereits Gott und die Welt mit ihren Fragen genervt haben, nur um Widersprüche bei den Antworten herauszuarbeiten und neue wie alte Ratgeber damit zu konfrontieren. Damit wollen sie angeblich neue Erkenntnisse gewinnen, doch sie sollten sich besser gleich bei einem Therapeuten melden. Da stimmt etwas im Kopf nicht.

Wer auswandern will, der tut es einfach. Meine Ratschläge sind dazu hilfreich, schlüssig und lassen sich prima an jede individuelle persönliche Situation anpassen. Doch immer braucht es besonders harte Eier, Mut und Entschlossenheit, sowie eine große Portion Selbstbewusstsein.

Nun geht es bei einer Auswanderung nicht darum, den Rest seines Lebens im Ausland zu verbringen. Im ersten Schritt geht es um die Verfolger, die man dadurch ganz locker abschütteln kann. Die Familienrichterin, das Jugendamt, die Exfrau und ihre Anwältin gucken ganz blöd aus der Wäsche, wenn der Unterhaltspflichtige plötzlich weg ist. Alle Akten werden geschlossen, weil der Zahlmeister den Hasenfuß gemacht hat. Zwar schreit die Ex nach Knast für den Flüchtigen, aber das ist nur heiße Luft. Mehr nicht.

Eine Auswanderung sollte mindestens drei Jahre dauern, damit die Verfolger wirklich begreifen, dass es nicht nur ein längerer Urlaub, sondern eine echte Unterhaltsflucht ist. Das erzeugt in allen Belangen Respekt. In diesen mindestens drei Jahren sind die Eier noch härter geworden und nach der Rückkehr nach Deutschland regt einen selbst ein Schreiben von der Staatsanwaltschaft nicht mehr auf. Behördenpost ist nur ein bedrucktes Stück Papier und der liebe Beamte macht mit der Auswahl der passenden Textbausteine nur seine Arbeit. Das ist keine persönliche Geschichte, mit der sich der Staat rächen will. Und so ist die eigene Vorgehensweise völlig klar. Emotionslos werden diese Angelegenheiten abgehandelt und nebenbei möglichst viel Sand ins staatliche Getriebe gestreut. Da landet ein Schreiben vom Jugendamt sofort im Papierkorb. Wer etwas will, der muss immer Klage einreichen. Ein Unterhaltspreller weiß eh nicht, was freiwillige oder Pflichtangaben sind. So etwas kann nur ein Gericht entscheiden.

Männer mit Eiern aus Edelstahl gehen nach ihrer Rückkehr aus dem Ausland niemals auf Hartz IV. Diese Männer überleben überall und nichts ist für sie unmöglich. Unabhängigkeit heißt vor allem nichts vom Staat anzunehmen. Warum auch? Ich halte es für verlogen, einerseits das parasitäre Familienrecht anzuprangern und andererseits vom verhassten Staat die Kohle für seinen Lebensunterhalt abzugreifen. Das ist inkonsequent.

Immer wieder wird die Frage gestellt, wo und wie die angeblichen Reichtümer versteckt werden sollen. An einem absolut sicheren Ort natürlich. Nur bisher hatten die meisten Fragesteller noch nicht mal die Kohle, um 100 € für einen guten Tipp zu spendieren. Stattdessen entwickelt sich eine sinnlose Diskussion über Ltd. oder irgendwelche Treuhandgesellschaften. Ist es wirklich so schwer, nach England oder in die Schweiz zu fahren? Wer die dicke Kohle hat, der tut genau das. Die Pleitegeier wollen sich nur mit ihren Fantasien wichtigmachen. Diese Experten kommen mit ihren 20 € höchstens bis nach Kempten und müssen von dort nach Zürich trampen. Eine fachlich gute Beratung von einem Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater kostet natürlich Geld und wer glaubt, diese Leistung irgendwo gratis zu bekommen, der rangiert mit seinem Intellekt auf dem Niveau meiner dritten Ehefrau.

Es gibt viele Männer, die Angst vor allem haben und bei jedem Furz den Anwalt in die Spur schicken. Und diese Männer wundern sich, wenn sie am Ende trotzdem pleite sind. Das geht völlig in Ordnung. Selbst gewähltes Schicksal. Ich habe damit kein Problem, weil es nicht um meine Kohle geht. Das Leid anderer stört mich nicht und das nur aus einem Grund: Jeder entscheidet selbst über sein Schicksal und niemand anders.

Ich muss nochmals über meine Eier sprechen, deren Legierung von einer besonderen Härte und Resistenz ist. Zwischen meiner beginnenden Unterhaltspflicht und meiner Auswanderung lagen weniger als null Tage. Ich bin nämlich ausgewandert, da hat das Hauptsacheverfahren über den Unterhalt noch nicht mal begonnen. Die Einladung zum ersten Verhandlungstag lag auf meinem Schreibtisch und ich schrieb meinen Abschiedsbrief an die Richterin. Quasi in einem Zug. Leider kann ich nicht daran teilnehmen, schrieb ich ihr, weil ich den Hasenfuß gemacht habe. Das war mein bisher schönster Brief, den ich bei meiner Abreise in den Briefkasten des Flughafens geworfen habe. Dann ging ich zum Gate und weg war ich.

Mein letztes Gehalt habe ich rotzfrech an einen Kumpel verpfändet, der abzüglich seiner Provision die Knete nach Thailand überwiesen hat. Ich war knapp vor der letzten Gehaltszahlung ausgewandert. Das ist nur ein Beispiel, wie die Eier sein müssen. Und ich könnte noch härtere Beispiele nennen, die freilich alle legal sind.

Heute beantworte ich überhaupt keine Fragen mehr. Ich antworte auch auf keinen Brief, auf gar nichts. Jede Behörde, die von mir etwas möchte, muss den Gerichtsweg einschlagen. Woher soll ich wissen, was rechtens ist? Das weiß nur ein Richter. Und schon bin ich damit fertig. Ich schlafe nur unruhig, wenn ich über Monate überhaupt keine Post bekomme. Wenn ich ignoriert werde, dann nimmt man mir den Spaß, meine Spielchen zu spielen.

Fazit: Wer lesen kann, der weiß einfach mehr!

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