• 19.01.2017

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Ich klatsche alles gegen die Wand

familie

» Artikel vom

Das Jahr 2014 ist fast zu Ende und es war für mich ein sehr gutes Jahr. Das Wort Unterhaltspreller ist nun bekannt. Deutschlandweit. Dank zweier Fernsehauftritte konnte ich mein Lieblingswort wunderbar platzieren. Einige große Zeitungen berichteten ebenso darüber und natürlich liess niemand ein gutes Haar an mir. Das war nicht anders zu erwarten. Ein Erfolg waren meine Fernsehauftritte in „Menschen bei Maischberger“ allemal. Ich rede nicht vom Kampf für Gerechtigkeit. Meine Lösungen sind viel besser und wirksamer.

Normalerweise sitzen in der Selbsthilfegruppe einer Talkshow einige Muttis, eine Frauenrechtlerin und wenn es ganz gut läuft ein braver, entsorgter Vater mit gesenktem Haupt, der mit Mühe seinen Namen zusammenhängend aussprechen kann. Die Ergebnisse solcher Talkshows ähneln sich. Das System ist an sich gut und die braven Väter haben im Einzelfall durchaus eine Chance einige Rechte zu bekommen, wenn sie nur lange genug vor Gericht kämpfen. Natürlich nur mit der Gnade und Großzügigkeit von Mutti. Überdurchschnittliche Unterhaltszahlungen verstehen sich von selbst. Das ist eine Grundvoraussetzung.

Nun ist das Familienrecht meilenweit von Gleichberechtigung der Eltern entfernt. Wer dagegen gerichtlich ankämpfen möchte, kann es gerne tun. Anwälte freuen sich auf Kunden, die jahrelang ihr Recht einklagen wollen. Solche Männer wird es immer geben, aber kaum jemand konnte bisher nachhaltig siegen. Kein Fernsehsender interessiert sich dafür. Väterrechtler jammern regelmäßig, dass nur die Arschlöcher im Fernsehen zu sehen sind und sie, die Redlichen und Anständigen, nie zu Wort kommen. Dabei dürfte auch der Dümmste begreifen, dass der Kampf gegen eine Frau und ihre Lobby aussichtslos ist. Obendrein werden Gesetze nicht zum finanziellen Nachteil der Frauen geändert. Zahlt nicht der Mann, dann muss der Staat einspringen, und der hat keinen Bock, die faulen Weiber zu finanzieren.

Nun ist mein Weg besonders einfach und simpel. Ich akzeptiere die grandiosen Siege der Frauen. Sie bekommen die Kinder und einen schönen Batzen Geld vom Exmann, wobei sich der Exmann natürlich nicht in die Belange der Kinder einmischen darf. Das versteht sich von selbst. Ich bin der Meinung, dass Frauen vor Gericht immer Recht bekommen sollten. Wer das weiss, der wird niemals mit einem geldgeilen Anwalt vor Gericht auftreten. Wozu braucht man einen Anwalt, wenn man sowieso verliert? Das macht wenig Sinn.

Frauen fahren ihre Siege ziemlich leicht ein und wir Männer gucken dumm aus der Wäsche. Aber gerade wir Männer haben die beste, schärfste und wirksamste Waffe in der Hand. Das Rechtssystem und das Sozialsystem basieren darauf, dass wir Männer unserer Exfrau das Geld in den Rachen stopfen, wie bei der täglichen Fütterung einer fetten Gans. Die Familienrichterinnen verteilen keine Staatsgelder an die Exfrau, sondern unser mit harter Arbeit erwirtschaftetes und versteuertes Einkommen. Bei Gericht können wir nur verfolgen, wie sich die Geldgeier darum streiten und alles grosszügig verteilen. Das macht zunächst keinen Spass. Freude kommt spätestens dann auf, wenn die Exfrau zwar einen Titel bekommt, diesen aber nicht einlösen kann.

Mein System basiert auf der passiven und leisen Blockade. Die meisten unterhaltspflichtigen Männer rutschen nach Jahren unweigerlich in die Pleite. Sie schaffen es auf Dauer nicht, alle Forderungen zu bedienen, weil sie ihren Job verloren haben oder krank geworden sind. Depressionen sind keine Seltenheit. Das ist eine Quälerei, die nicht sein muss. Der einfachste Weg ist die sofortige Pleite ohne jeglichen Kampf. Ich habe im Männermagazin ausführlich über die verschiedensten Varianten berichtet. Ich habe es selbst so gemacht und mir geht es gut dabei. Alles sofort gegen die Wand klatschen.

Genau diese Variante kennt die deutsche Öffentlichkeit nicht. Ein gut gelaunter Pleitegeier sitzt in einer seriösen Talkshow auf dem Ledersofa und berichtet genüßlich darüber, wie seine Exfrauen an seine Kohle kommen wollten und leer ausgingen. Die Gäste regen sich über diese Unverschämtheit auf und dann grinst der Delinquent auch noch blöd. Ja, er hat alles gegen die Wand geklatscht und es ist ihm scheißegal. Pleite sein ist geil. Es ist ein Dauerzustand, an den man sich gut gewöhnen kann. Frauen, Anwälte und selbst die Moderatorin sind bestürzt. Wie kann man sich selbst pleite machen? Wieso zahlt dieser Mann nichts? Ja, das ist eine große Sauerei. Die gesparten Anwaltskosten werden in schöne Urlaube investiert und anstatt sich mit Klagen und Anwaltsschreiben zu beschäftigen, entwickelt man massgeschneiderte Konzepte für seine Zukunft. Man möchte schließlich gut leben. Besser als die Exfrau.

Je mehr Frauen sich über mich aufregen, umso mehr freue ich mich. Alles richtig gemacht und das schon deshalb, weil ich ganz ordentlich lebe. Wenn die Exfrau am unteren Existenzminimum vegetieren muss, dann ist es ihr eigenes Versagen. Der Exmann ist dafür nicht verantwortlich. Das Wörtchen Ex sagt es schon mehr als deutlich. Aber auch das ist egal. Wichtig ist allein das eigene Leben und nicht das der Anderen. So einfach ist das. Erst ich und dann kommt nichts.

Meine Fernsehauftritte sind reines Marketing. Viele gehörnte Männer sitzen vor dem Fernseher und schauen mir zu, wie ich grinsend und lächelnd jeden persönlichen Angriff wegstecke. Nebenbei sehe ich nicht schlecht aus (kleiner Scherz). Ich möchte nicht gleich von einer Vorbildwirkung sprechen, aber eine gewisse Motivation will ich bei Männern erreichen, sich statt um die Ex lieber um das eigene Wohlergehen zu kümmern. In Deutschland geht alles, wenn man einige Regeln und Gesetze beachtet. Auch ein Grund, warum ich immer noch in Freiheit bin. Wenn ich in den Knast einfahren muss, dann nur deshalb, weil ich im Fernsehen die große Klappe habe und an mir ein Exempel statuiert werden soll getreu dem Motto: Bestrafe Einen, erziehe Tausende. Dieses Risiko kenne ich und wenn ich der Eine sein soll, dann werde ich es ertragen. Und trotzdem werde ich dabei wieder grinsen. Meiner Ex geht es deswegen nicht besser, nur weil ich im Knast sitze. Und danach werde ich wieder gut leben, weil sich mein erfolgreiches System dadurch nicht auflöst.

Ich bin kein Held, wie mir viele Männer geschrieben haben, aber ich habe die Eier, mich gegen die Ausbeutung der Männer zu wehren. Jeder kann selbst etwas dazu beitragen, und wenn es nur das ist, ab sofort nichts mehr bei Frauen im Supermarkt oder beim Bäcker zu kaufen.

Und noch ein Wort an die künftigen Unterhaltspreller: Wer still und leise agiert, fällt durch das Raster.

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